Soldaten sind Mörder – Veteranen auch!

„Veterans, Family & Friends“: was klingt wie eine schlechte Sitcom des US-Kriegsministeriums ist das Motto des zweiten Veteranentags. Der 15. Juni ist seit dem Bundestagsbeschluss im Jahre 2024 der nationale Veteranentag – ein Tag, um „unsere Helden“ zu ehren und das „Band zwischen ihnen und der Gesellschaft“[1] zu stärken. Dieser Tag ist ein Produkt der kriegstreiberischen „Zeitenwende“, um die Militarisierung der Gesellschaft weiter voranzutreiben.

Seit der Ausrufung der „Zeitenwende“ durch die Ampelregierung sind die Schulbesuche, die Camps und die Werbeveranstaltungen auf Jobmessen der Bundeswehr in die Höhe geschnellt. Es wurde die Wehrpflicht über sogenannte Erfassungsbögen durch die Hintertür wieder eingeführt und die Städte und Bahnhöfe sind voll mit der Werbung dieser unheilvollen Mördertruppe. 

Da dies den Herrschenden als Eingriff in unser Leben aber nicht reichte, wurde diese ekelhafte Ehrung jener, die sich freiwillig mit ihrem Leben an den imperialistischen Kriegen der BRD beteiligten eingeführt. So sollen Soldaten und deren mörderische Taten als Teil unseres Lebens etabliert werden und schon Kinder, die von ihren Eltern zu diesen Veranstaltungen geschleppt werden, möglichst früh indoktriniert werden. Dazu war zum Beispiel letztes Jahr in Mannheim beim ersten Veterantentag ein Truppentransporter der Bundeswehr zur Bespaßung der Kinder da. Diese durften dann als besonderes Angebot zur Nachwuchswerbung von einem Soldaten darin im Kreise gefahren werden. Zudem soll damit der „Heldenmythos“ der Kämpfer:innen für Deutschland gestärkt werden und die so vermittelte soziale Anerkennung soll noch mehr Jugendliche in die Hände der Nachfolgeorganisation der Wehrmacht treiben.

Unsere Antwort ist klar, wir werden ihre Kriege und Kriegstreiberei sabotieren und uns wehren, denn für uns gilt:

Kein Mensch, kein Cent der Bundeswehr!

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Nachbericht zur Demo „Free Maja!“ am 13.6.

Am Samstag, 13. Juni 2026 haben wir uns in Heidelberg die Straße genommen, um unter dem Motto „Free Maja! Free all Antifas!“ gegen die Verfolgung von Antifaschist*innen zu protestieren. Im Mittelpunkt der Demonstration stand die Situation von Maja, einer nicht binären antifaschistischen Person aus Jena, die von den deutschen Behörden vor rund zwei Jahren offen rechtswidrig an das rechtsautoritäre Ungarn ausgeliefert worden war. Seither wird Maja dort in Kerkerhaft gefoltert – mit Isolationshaft, totaler Überwachung und ständigen demütigenden Nacktkontrollen. Gerade jährte sich Majas Hungerstreik, in den Maja trat, weil mensch im ungarischen Knast „lebendig begraben“ ist. Im Februar diesen Jahres wurde Maja in einem Schauprozess – gefesselt und an einer Hundeleine vorgeführt – zu acht Jahren Haft verurteilt. 

Maja wird im Rahmen des Budapest-Komplexes verfolgt, einer gewaltigen grenzübergreifenden Repressionsoffensive gegen antifaschistische Strukturen. Hintergrund sind die antifaschistischen Proteste gegen den NS-verherrlichenden „Tag der Ehre“ im Februar 2023 in der ungarischen Hauptstadt – der größte jährlich stattfindende Nazi-Aufmarsch in ganz Europa. Den beschuldigten Antifaschist*innen wird vorgeworfen, an körperlichen Auseinandersetzungen beteiligt gewesen zu sein, bei denen mehrere Nazis verletzt wurden. In der BRD sitzen deshalb aktuell zehn Antifaschist*innen hinter Gittern. Im Fall von Maja beteiligte sich der deutsche Staat an der Hetzjagd, indem er Maja grundrechtswidrig deportierte und nichts unternimmt, um Majas Leben zu bewahren, während Maja in Ungarn als linke und genderqueere Person doppelt bedroht ist. Geht es nach dem Willen der ungarischen und deutschen Behörden, soll Maja in Vergessenheit geraten. Doch das lassen wir nicht zu! 

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Auflösen statt Bühne bieten: Keine VS-Propaganda im DAI!

Eine Zeitlang war es fast schon ruhig geworden um das Deutsch-Amerikanisches Institut (DAI) in Heidelberg – mit einigen Ausnahmen: Dazu gehörten der Wahlkampfauftritt des rechtskonservativen FDP-Chefs Christian Lindner und die gruslige „Dialogveranstaltung“ mit der AfD unter dem Titel „Wir müssen reden! (Neustart 2026)“. Seit Jahrzehnten finden dort immer wieder Veranstaltungen mit antilinken Hetzer*innen, rechten Ideolog*innen oder menschenfeindlichen Präferenzutilitarist*innen statt. Sie alle hier aufzuführen, würde den Rahmen sprengen. Tatsächlich ist uns die Sinnhaftigkeit dieser staatlich und städtisch subventionierten Einrichtung äußerst schleierhaft; aber das, was sie selbst vorgibt zu sein, ist sie definitiv nicht: ein „Ort des freien Geistes“, an dem sich der „Demokratieförderung“ und „Völkerverständigung“ gewidmet und der „transatlantische Dialog“ gepflegt werde!?

Unter Beweis gestellt hat das DAI den Bruch mit dieser inszenatorischen Selbstlegitimierung erst kürzlich, als es den britisch-deutschen Journalisten Nicholas Potter zu Gast hatte. Potter halluziniert eine „neue autoritäre Linke“ herbei, die „Gewalt als Widerstand“ verkläre und „unsere demokratische Gesellschaft“ bedrohe. Dieser Neocon meint es wirklich ernst, wenn er christdemokratische Kulturförderungspolitik – also die Streichung von Mitteln für alle unbotmäßigen und unbequemen Kultureinrichtungen – als einzig gangbaren Weg postuliert. Nur so könne gewährleistet werden, dass „Bewegungen, die sich (früher) als progressiv und emanzipiert“ verstanden haben, keine öffentlichen Gelder mehr bekommen und diskursmächtig beziehungsweise gar hegemonial werden. Das Perfide dabei: Potters Schwerpunktthemen sind eigentlich „Rechtsextremismus“ und Antisemitismus… Und eine Anekdote am Rande: Potter wird ab Juli 2026 als Chefreporter für die Welt arbeiten; er wechselt also von der taz, Springers „Talentschmiede“, zu dessen Premium-Gruppe! Genau dort gehört er hin… Aber nun will das DAI noch eins drauf setzen und eine Propagandaveranstaltung für den Inlandsgeheimdienst der BRD durchführen:

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13.6.: Demo „Free Maja“

Free Maja – free all Antifas: Am Samstag, 13.06.2026 findet um 14.00 Uhr die Bündnisdemo „Free Maja!“ statt. Die Auftaktkundgebung ist auf dem Wilhelmsplatz (HD-Weststadt). Gemeinsam mit uns rufen Seebrücke Heidelberg, Rote Hilfe HD/MA, VVN-BdA Heidelberg, ROSA-Hochschulgruppe, Linksjugend [’solid], das Queerfeministische Kollektiv, das Intersektionale Feministische Kollektiv und die IL Rhein-Neckar auf.

Vor einem Jahr trat unser*e Genoss*in Maja im ungarischen Knast in den Hungerstreik. Die deutschen Behörden hatten Maja im Juni 2024 rechtswidrig nach Ungarn ausgeliefert. Dort wird Maja seitdem gefoltert – mit Isolationshaft, totaler Überwachung und ständigen demütigenden Nacktkontrollen. Es war von vornherein klar, dass Maja, ein*e nicht-binäre*r Antifaschist*in, in dem rechtsautoritären Staat kein faires Verfahren bekommen würde. Sogar die EU zweifelt an der Rechtsstaatlichkeit Ungarns. Maja trat in den Hungerstreik, weil mensch im ungarischen Kerker „lebendig begraben“ ist. Der deutsche Staat unternahm nichts, um das Leben seiner*seines Staatsangehörigen zu schützen. In einem Schauprozess verurteilte das Gericht in Budapest Maja im Februar zu acht Jahren Haft unter erschwerten Bedingungen. In einem Staat, in dem Maja als linke und queere Person zusätzlich gefährdet ist.

Maja wird vorgeworfen, im Februar 2023 am Rande des sogenannten „Tags der Ehre“ in Budapest an handfesten Auseinandersetzungen mit ein paar Nazis beteiligt gewesen zu sein. Der „Tag der Ehre“ ist ein geschichtsrevisionistisches Nazi-Großevent, bei dem Teilnehmer*innen offen die SS und Wehrmacht glorifizieren. Während der faschistische Aufmarsch keinerlei behördliche Einschränkungen zu befürchten hat, kriminalisiert der ungarische Staat den antifaschistischen Gegenprotest. Deutschland reiht sich in diese Hetzjagd mit ein und kriminalisiert auch hierzulande eine zweistellige Anzahl von Antifaschist*innen, ob im Budapest-Komplex, im Rahmen von „Antifa-Ost“ oder anderen Kontexten. In Heidelberg laufen aktuell Verfahren gegen Antifaschist*innen, denen vorgeworfen wird, an einer Soli-Aktion für Maja beteiligt gewesen zu sein. Dabei bleibt gerade jetzt – angesichts des fortschreitenden Rechtsrucks – konsequenter Antifaschismus notwendig!

Deshalb nehmen wir uns am 13. Juni in Heidelberg die Straße. Kommt um 14 Uhr zum Auftakt auf den Wilhelmsplatz Heidelberg. Free Maja! Free all Antifas!

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5.6.: Antifa Siempre zu GEAS

Am 5. Juni 2026 ist das nächste Antifa Siempre! – der offene Infoabend der Antifaschistischen Initiative Heidelberg mit Input, Diskussion, Kneipenabend findet immer am 1. Freitag im Monat um 20 Uhr im Café Gegendruck (Fischergasse 2, HD-Altstadt) statt. Diesmal starten wir mit einem Input zu GEAS, dem Gemeinsamen Europäischen Abschottungssystem.

Am 12. Juni 2026 tritt das neu verschärfte Gemeinsame Europäische Asylsystem, kurz GEAS, in Kraft. Dies stellt die größte Asylrechtsverschärfung seit dem sogenannten Asylkompromiss im Jahr 1993 dar. Damals brannten Rechtsradikale das Sonnenblumenhaus, ein Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, in Rostock-Lichtenhagen nieder und die Bevölkerung untermalte das Pogrom mit Applaus. In der Zeit davor und danach verübten Nazis unzählige weitere Brandanschläge und Morde. Die herrschenden Politiker*innen gaben den Betroffenen selbst die Schuld an der Gewalt der Baseballschlägerjahre und entrechteten sie, statt gegen die rechten Gewalttäter*innen vorzugehen. Die Geschichte wiederholt sich aktuell: Statt sichere Fluchtwege zu schaffen und Menschen, die vor Verfolgung und Krieg fliehen, aufzunehmen, hetzt der Bundeskanzler Friedrich Merz gegen sie und macht sie mit Aussagen wie zum Stadtbild zur Zielscheibe rassistischer Angriffe. Das Grundrecht auf Asyl war eine zentrale Lehre aus dem Nationalsozialismus, als Millionen Menschen vor den Verbrechen der Deutschen fliehen mussten und kein Staat sie aufnehmen wollte. Jetzt, wo die ideologischen Söhne und Töchter der Nazi-Verbrecher*innen wieder im Bundestag sitzen, wollen CDU, SPD und Grüne diese Lehren rückgängig machen.

Mit GEAS ist das individuelle Recht auf Asyl abgeschafft: Geflüchtete sollen standardmäßig in Internierungslagern eingesperrt und von Rechtsschutz und sonstiger Unterstützung abgeschnitten werden. Anhand der Anerkennungsquoten der Herkunftsländer soll rassistisch entschieden werden, welche Geflüchteten überhaupt ein individuelles Asylverfahren bekommen. Und Staaten sollen sich von der Pflicht, Geflüchtete aufzunehmen, freikaufen können. Beim Antifa Siempre geben wir einen Überblick über diese historische Entrechtung und legen dar, warum Europa kein gemeinsames Asylsystem mehr hat, sondern ein gemeinsames Abschottungssystem.

Das Antifa Siempre! will einen Ort für antifaschistische Vernetzung und Austausch für Einzelpersonen und Gruppen schaffen: Nach einem inhaltlichen Input ist Raum für Diskussionen zu aktuellen Themen und bevorstehenden Veranstaltungen. Bei kühlen Getränken lassen wir den Abend gemeinsam ausklingen und wollen miteinander ins Gespräch kommen.

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25.5.: Fantifa mit feministischem Bastelabend

Wie immer am 4. Montag im Monat ist am 25. Mai das nächste Fantifa – der FLINTA*-Abend im Café Gegendruck (Fischergasse 2). Los geht’s wieder um 19.00 Uhr. FLINTA* only!

Diesmal wollen wir gemeinsam kreativ sein: antipatriachale Patches, Armbänder, feministische Zines, Collagen, Stricken und Häkeln…. Bringt alle eure Lieblingsbastel- und Handarbeitssachen mit und teilt Skills und Materialien mit anderen! Damit wir nicht hungrig in den Abend starten, gibt es wieder ein veganes Bring and share Buffet: also steuert Salate, Kuchen und Brotaufstriche bei, wenn ihr Lust habt. Dazu gibt’s feministische Musik vom Feinsten, und auch hier sind eure Lieblingstracks willkommen.

Mit dem FLINTA* only-Abend Fantifa wollen wir die eigenständige Vernetzung von Frauen, Lesben, inter, non binary, trans und agender Personen in linken Räumen stärken. Das Fantifa ist, was wir draus machen, also bring dich und deine Ideen ein! Ob bei politischem Austausch, mitgebrachtem veganen Essen oder einem guten Film und anschließendem gemütlichen Austausch bei leckeren Getränken: wir FLINTA* nehmen uns Raum!

Das Akronym Fantifa stammt aus den 1980ern und steht für Frauen Antifa oder feministische Antifa. Die Fantifa bildete sich als Reaktion auf sexistische Macker-Strukturen innerhalb von Antifa-Gruppen. Da diese nach wie vor nicht überwunden sind, knüpfen wir mit unserem FLINTA* only-Abend an diese Tradition an.

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27.5.: Vortrag „Berufsverbote“ mit Lisa Poettinger

Am 27. Mai 2026 haben wir Lisa Poettinger eingeladen, die den Vortrag „Berufsverbote – damals wie heute“ hält. Beginn ist um 19.00 Uhr im Welthaus Heidelberg (Kurfürsten-Anlage 25). Den Vortrag veranstalten wir gemeinsam mit der VVN-BdA, der Roten Hilfe HD/MA, ROSA-Hochschulgruppe, EndCement und der Initiativgruppe gegen Radikalenerlass und Berufsverbote Baden-Württemberg.

54 Jahre nach dem „Radikalenerlass“ häufen sich wieder Berufsverbote als Mittel politischer Disziplinierung – so auch gegen die Klimaaktivistin Lisa Poettinger. Anstatt jene zur Rechenschaft zu ziehen, die unsere Erde zerstören, kriminalisiert der Staat den Widerstand dagegen. Das mit ihrer politischen Aktivität begründete Verbot ist eine Drohung, die sich an alle richtet, die eine Anstellung im Staatsdienst anstreben und eine eigene Meinung haben: Bereits der Begriff „Profitmaximierung“ reicht aus, um die Verweigerung ihres Ausbildungsabschlusses als Lehrerin zu rechtfertigen. In unserer Veranstaltung informieren wir gemeinsam mit Lisa darüber, was das bedeutet, wen es treffen kann, warum es gerade zur Häufung von Berufsverboten kommt. Außerdem sprechen wir über Strategien, um dagegen vorzugehen und wie Solidarität praktisch wird.

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17.5.: Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Osthofen

Zum Abschluss des Antifaschistischen Semesterstarts Organize! veranstalten wir am Sonntag, 17. Mai 2026 gemeinsam mit der VVN-BdA Heidelberg, der VVN-BdA Mannheim und der ROSA Hochschulgruppe eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Osthofen. Treffpunkt ist um 11.15 Uhr am Hauptbahnhof Heidelberg.

Das KZ Osthofen bei Worms war vom Frühjahr 1933 bis Herbst 1934 eines der frühen KZs, in denen politische Gegner*innen der Nazis engesperrt, gedemütigt und brutal misshandelt wurden. Die aus Hessen stammenden Häftlinge gehörten großteils der KPD, teilweise auch der SPD, den Gewerkschaften oder anderen Orgnaisationen der Arbeiter*innenbewegung an. Für viele von ihnen war die Inhaftierung in der ehemaligen Fabrik in Osthofen nur der Auftakt einer 12 Jahre anhaltenden Verfolgung.

Mit der S-Bahn wollen wir zusammen zur KZ-Gedenkstätte Osthofen fahren. Nach einem kurzen Rundgang über das Gelände gibt es ausreichend Zeit, um in Kleingruppen die beeindruckende Dauerausstellung zu den KZs Osthofen und Hinzert anzusehen und die aktuelle Ausstellung „Die Verleugneten“ zu besuchen. Am späten Nachmittag fahren wir gemeinsam zurück.

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Objektifizierung im Krieg der Herrschenden – eine Strategie zur Aufrechterhaltung der Zustände

12 Punkte für das Töten eine:r Soldat:in, 25 Punkte für das Töten eine:r Drohnenpilot:in und 120 Punkte für die Gefangennahme eine:r Soldat:in mit einer Drohne. [1] Diese Systeme kommen sicherlich vielen aus Computerspielen wie „Counterstrike 2“, „Call of Duty“ oder „Rainbow Six Siege“ bekannt vor. In manchen Spielen, wie zum Beispiel bei der „Call of Duty“-Reihe, können Spieler:innen dann auch während der Runde neue, vorher definierte Waffensysteme kaufen und direkt nutzen. Was jetzt aber klingt wie ein Punktesystem aus einem Computerspiel, ist die Realität in der Ukraine: Dort ist das „virale“ System, wie es Mykhailo Fedorow, Kriegsminister der Ukraine, nennt, seit 2025 in Benutzung. Für jeden gefilmten und an das Kriegsministerium geschickten Abschuss von russischen Soldat:innen und Waffen gibt es für die Drohneneinheiten der Ukraine Punkte, mit denen sie sich im extra dafür angelegten, oft als „Amazon-for-war“ bezeichneten Brave-1-Market Drohnen und Zubehör kaufen können, um damit wiederum Punkte zu verdienen. Dieses System soll nun auch auf andere Einheiten ausgeweitet werden. Dazu sagte Federow: „Je mehr Infanteristen man tötet, desto mehr Drohnen bekommt man, um noch mehr Infanteristen zu töten“. [2] Eine „Vampir“-Drohne ist mit 43 Punkten etwas weniger wert als die Leben von 2 russischen Drohnenpilot:innen oder die Leben von 4 russischen Infanterist:innen.

Der Krieg hat sich also sichtlich verändert. Ging es bis vor ein paar Jahrzehnten scheinbar noch um Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld, indem man(n) mit seinen eigenen Händen Menschen tötete und dabei zentral in großen Verbänden agierte, geht es nun um Punkte, möglichst effiziente Datenverarbeitung und schnelles autonomes Reagieren. Die Reaktionszeit soll auf ein Minimum verkürzt werden und dafür agiert der Mensch nur noch als das ausführende Organ der KI-gestützten Waffensysteme. Gemordet und gestorben wird nicht mehr auf Sicht zu den „feindlichen“ Soldat:innen, sondern aus Bunkern heraus aus Entfernungen von teilweise hunderten Kilometern durch eine Kameralinse. [3] Mensch tötet keine Menschen mehr, sondern Nullen und Einsen, die als Bild vor die Augen der:des Ausführenden projiziert werden. Niemensch muss sich in die Augen schauen, der Stream wird durch die Explosion getrennt und mensch muss nie den zerfetzten Körper des Menschen, den mensch gerade getötet hat, sehen. Damit werden der:die Tötende und der:die Getötete physisch und in der Wahrnehmung des Tötenden getrennt. Der ermordete Mensch ist kein Mensch mehr, sondern nur noch eine Nummer, ein Video oder ein weiterer Knopfdruck.

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Nacht zum 1. Mai – zum 30. Mal burschifrei! Nachbericht zur feministischen und antifaschistischen Vorabenddemo am 30.4.2026

Mit 350 Menschen sind wir kämpferisch in den 1. Mai gestartet. Die feministische und antifaschistische Vorabenddemo fand in diesem Jahr unter dem Motto „Burschis in den Neckar fegen!“ statt, womit wir an feministische Traditionen der Walpurgisnacht sowie an antifaschistische Traditionen in Heidelberg anknüpften: Bis zum Jahr 1996 liefen in Heidelberg am 30. April Burschenschaften und andere Studentenverbindungen zum Fackelmarsch auf, bei dem sie rechte Lieder sangen und immer wieder rassistische Übergriffe verübten. Nachdem die Autonome Antifa Heidelberg dieses braune Treiben zurückschlug, marschierten 1997 keine Burschis mehr auf und der öffentliche Raum wurde stattdessen mit linken Inhalten gefüllt. Somit feierten wir in diesem Jahr ein Jubiläum: Nacht zum 1. Mai – seit 30 Jahren burschifrei! 

Nach einer Auftaktkundgebung an der Stadtbücherei zog die Demo lautstark  durch die Poststraße, über den Bismarckplatz, durch die Hauptstraße bis zum Uniplatz, wo bei einer Zwischenkundgebung die aneinandergereihten Transparente ein starkes Bild ergaben. Die abwechslungsreichen Redebeiträge befassten sich sowohl mit dem grundlegenden reaktionären Geist aller Studentenverbindungen als auch explizit mit Heidelbergs Nazi-Burschenschaft Normannia. Diese hatte 2020 nach einem antisemitischen Übergriff auf ihrem Haus, der größere Wellen schlug, ihre aktive Studierendenschaft aufgelöst und fiel in einen Dornröschenschlaf. Da kleinere Änderungen an ihrem Internetauftritt darauf hindeuten, dass sie sich aktuell zu berappeln versucht, statteten wir ihr im Rahmen der Vorabenddemo mal wieder einen Besuch auf dem Schlossberg ab, um klar zu machen, dass wir bereit stehen, um das zu verhindern. Dort angekommen saßen tatsächlich zwei Burschis in Couleur auf dem Balkon der Villa Stückgarten, die von einem massiven Polizeiaufgebot bewacht wurde. Wir haben schon öfter gezeigt, dass unsere antifaschistischen Interventionen der Nazi-Verbindung ordentlich zusetzen können und werden alles dafür tun, dass die Normannia am Boden bleibt! 

Wie bereits im letzten Jahr beendeten wir unsere Demo im Anschluss auf dem Karlsplatz, wo sich die Turnerschaft Ghibellinia und die Burschenschaft Allemannia wieder in ihren Häusern verschanzt hatten, und beschallten die Villen auf dem Schlossberg noch einmal mit feministischen, antifaschistischen und Anti-Burschi-Parolen. 

Im Anschluss an die Demo kam es bei einer weiteren Aktion noch zu Schikanen der Staatsgewalt: Seit die Burschenschaften in Heidelberg am 30. April keine rechten Lieder mehr auf dem Marktplatz singen, wird der Mai von einigen Antifaschist*innen mit der Internationalen und weiteren Arbeiter*innenliedern begrüßt – auch um zu mahnen an die öffentlichwirksame Präsenz, die Rechte und Nazis in den 1990er Jahren in Heidelberg noch hatten und um den Marktplatz zu füllen, damit die reaktionären Männerbünde nie mehr so Fuß fassen können in der Stadt. In diesem Jahr griff die Polizei diesen Brauch an: Schnell standen drei Wannen auf dem Marktplatz, deren mit Schlagstöcken und Pfefferspray ausgerüstete Besatzung Macht demonstrieren wollte. Die Androhung der Personalienaufnahme und einer Anzeige hinderte die Antifaschist*innen nicht daran, das antifaschistische Maiansingen durchzuziehen und mit „Die letzte Schlacht gewinnen wir“ von Ton Steine Scherben selbstbestimmt zu beenden. 

Wir freuen uns schon auf den nächsten 30. April! Kampf dem Faschismus!

Im Folgenden dokumentieren wir alle Redebeiträge, die auf der Demonstration gehalten wurden.

Rede der AIHD bei der Auftaktkundgebung an der Stadtbücherei

Liebe Genoss*innen,

zunächst möchten auch wir als Antifaschistische Initiative Heidelberg euch alle zur heutigen Demo begrüßen. Wir freuen uns, dass so viele Menschen heute hier sind, um ein kämpferisches antifaschistisches und feministisches Zeichen gegen die rechten Männerbünde zu setzen. Damit knüpfen wir an die jahrzehntelangen linken Demonstrationen und Veranstaltungen am Vorabend des 1. Mai an. Denn weiterhin gilt: Burschifrei in den 1. Mai!

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