29.6.: Antifa-Stadtrundgang „Heidelberg im Nationalsozialismus“

Endlich ist es wieder soweit: am Dienstag, 29. Juni 2021 findet nach langer Pandemiepause wieder ein Antifaschistischer Stadtrundgang zum Thema „Heidelberg im Nationalsozialismus“ statt. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Theaterplatz.

Der Antifaschistische Stadtrundgang „Heidelberg im Nationalsozialismus – Verfolgung und Widerstand“, der seit vielen Jahren von der VVN-BdA in Kooperation mit der AIHD/iL organisiert wird, führt durch die Heidelberger Altstadt. Er bietet einen Überblick über den Nationalsozialismus in Heidelberg von seinem frühen Erstarken in der Weimarer Republik bis hin zur Befreiung und verweist auch auf die Nachwirkungen in der frühen BRD. An verschiedenen historischen Orten wird an TäterInnen und Opfer erinnert, aber auch an Menschen, die es gewagt haben, Widerstand zu leisten.

WICHTIG! Da wir auf Grund der zur Zeit gültigen Corona-Bestimmungen die Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränken müssen, ist eine Teilnahme nur mit Voranmeldung möglich. Ebenso gilt die Beachtung der aktuell geltenden Regeln.

Anmeldung unter heidelberg[at]vvn-bda.de

Sollten sich mehr Teilnehmer*nnen melden, findet bald ein weiterer Termin statt.

Redebeitrag bei der Kundgebung „Evacuate Now!“ am 20.6.2021

Am 20. Juni 2021 fand auf dem Uniplatz die antirassistische Kundgebung „Evacuate Now!“ statt, bei der in Redebeiträgen, mit Transparenten und Parolen – begleitet von den Trommeln von Rhythms of Resistance – die Evakuierung der Geflüchtetenlager an den Außengrenzen der Festung Europa gefordert wurde. Neben Beiträgen der Solicamp-Gruppe, Hintergrundinformationen zur geflüchtetenfeindlichen Politik der EU sowie Gedichten und Berichten von Refugees gab es auch Reden der AIHD/iL und der Soligruppe fytíli.
Hier der Beitrag der AIHD/iL:

Liebe Genoss*innen und Freund*innen,

es ist gut und richtig, dass wir heute hier gemeinsam gegen die menschenunwürdige Situation in den Geflüchtetenlagern an den europäischen Außengrenzen auf die Straße gehen. Die Bedingungen, die die EU-Regierungen den dort internierten Menschen aufzwingen, sind nicht mehr als Lebensbedingungen zu bezeichnen, sondern bestenfalls als Bedingungen des Dahinvegetierens oder als Leidensbedingungen.
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Redebeitrag auf der Kundgebung „Weg mit §218!“ am 15.5.21

Rund 200 Menschen folgten am 15. Mai 2021 dem Aufruf des Feministischen Bündnisses Heidelberg, das im Rahmen des bundesweiten Aktionstags gegen die Paragrafen 218/219 eine Kundgebung auf dem Uniplatz unter dem Motto „Weg mit Paragraf 218: 150 Jahre Fremdbestimmung sind genug!“ organisiert hatte. Anlass war das 150-jährige Bestehen des Paragrafen 218 mit der Einführung des Strafgesetzbuchs im Jahr 1871.
Auch wir als AIHD/iL waren mit dem folgenden Redebeitrag vertreten:

Liebe Genoss*innen, liebe Freund*innen,

ich freue mich, für die Antifaschistische Initiative Heidelberg/Interventionistische Linke hier sprechen zu dürfen. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an die Organisatorinnen der heutigen Kundgebung und der gesamten Kampagne rund um den Aktionstag.
Der Kampf gegen die Paragrafen 218 und 219 hat die letzten 150 Jahre feministischer Bewegungen hierzulande begleitet und geprägt. Trotz der vielfältigen Proteste unterschiedlichster Frauenbewegungen, feministischer Strömungen und so vieler Generationen von Aktivist*innen konnten wir diese unsäglichen Gesetze nicht kippen, sondern nur abmildern. Weiterhin berauben sie uns unseres Rechts auf körperliche Selbstbestimmung und unterwerfen unsere Lebensplanung bevölkerungspolitischen Maßstäben.
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Rede der AIHD/iL bei der Demonstration „8. Mai muss Feiertag werden!“

Weit über 200 Menschen beteiligten sich am 8. Mai 2021 an der Demonstration „Tag der Befreiung: 8. Mai muss Feiertag werden!“, zu der die VVN-BdA Heidelberg mit Unterstützung vieler weiterer Gruppen und Organisationen aufgerufen hatte. Wir als AIHD/iL hielten bei der Abschlusskundgebung den folgenden Redebeitrag:

Liebe Freund*innnen, liebe Genoss*innen,

mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht jährt sich am 8. Mai 2021 zum 76. Mal der endgültige militärische Sieg über den Nazifaschismus. In den meisten Staaten der Welt ist das seit Jahrzehnten ein Grund zum Feiern. In Frankreich, in den Niederlanden, in Tschechien, in der Slowakei, in Russland und vielen anderen Ländern wird der Sieg über das NS-Terrorregime als gesetzlicher Feiertag begangen.
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Reden der AIHD/iL bei der Demo „Die Krise an der Wurzel packen!“

An die 200 Menschen versammelten sich am 30. April 2021 an der Stadtbücherei Heidelberg, um gemeinsam unter dem Motto „Die Krise an der Wurzel packen! Solidarisch gegen Staat und Kapital!“ auf die Straße zu gehen. Außer Reden der AIHD/iL gab es bei der Auftaktkundgebung Beiträge des Feministischen Bündnisses Heidelberg und der Soligruppe fytíli (ΦΥΤΙΛΙ – Docht). Lautstark bewegte sich der Demozug in die Altstadt, wo bei der Abschlusskundgebung auf dem Uniplatz Vertreter*innen von ZeroCovid Mannheim und ISO Rhein-Neckar sprachen sowie der Kurzaufruf der VVN-BdA Mannheim zur Demo am 8. Mai verlesen wurde.
Die beiden Beiträge der AIHD/iL dokumentieren wir hier.

Liebe Genoss*innen, liebe Freund*innen,

der Corona-Virus zeigt einmal mehr, dass Gesundheit im Kapitalismus eng mit der sozialen Lage verknüpft ist. Zu Beginn der Pandemie waren noch reichere Menschen überdurchschnittlich infiziert. Durch die Vielzahl an dienstlichen und privaten Reisen halfen sie dem Virus zu einer schnelleren Verbreitung über den Kontinent – der so genannte Ischgl-Effekt. Mit Einsetzen der ersten Maßnahmen fand jedoch schnell eine Umkehr der Lage statt. Während die einen problemlos von Zuhause aus arbeiten können und insgesamt weniger auf den öffentlichen Raum angewiesen sind, sind die meisten prekär Beschäftigten an ihren Arbeitsplatz gebunden und leben in beengten Wohnverhältnissen. Wie unzureichend der Gesundheitsschutz bei Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor durchgeführt wurde, war in der breiten Öffentlichkeit nur Thema bei besonders miesen Fällen wie bei Tönnies und der restlichen Fleischindustrie. Weiterlesen

Demo „Die Krise an der Wurzel packen!“: Warum am 30. April?

Am 30. April 2021 startet um 18 Uhr an der Heidelberger Stadtbücherei die Demonstration „Die Krise an der Wurzel packen! Solidarisch gegen Staat und Kapital!“, zu der es hier den Aufruf gibt. Doch wie kommt es zu diesem Datum?

Dass unsere Demo am 30.04. stattfindet, ist kein Zufall:
Das von völkisch-nationalistischer und frauenfeindlicher Ideologie geprägte burschenschaftliche „Maiansingen“, das in jeder Nacht zum jeweiligen 1. Mai die Heidelberger Altstadt so lange geprägt hatte, regte sich ein seit den 1980er Jahren permanent breiter und entschlossener werdender antifaschistischer Widerstand, so dass dieser periodisch wiederkehrende Fackelmarsch rechter Verbindungsstudenten bald nur noch unter erheblichem Polizeischutz realisierbar war und schließlich aus der Innenstadt verlagert werden musste. 1997 gelang es erstmals, dieses reaktionär-misogyne Burschentreiben zu verhindern, als sich nach einer Demonstration der Autonomen Antifa Heidelberg etwa 1000 Antifaschist*innen auf dem Marktplatz versammelten und ihn dadurch als Fackelmarsch-Abschlussort verunmöglichten. Die Verbindungen ließen sich nicht blicken.
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30. April: Demo „Die Krise an der Wurzel packen! Solidarisch gegen Staat und Kapital!“

Am 30. April 2021 werden wir gemeinsam auf die Straße gehen: Unter dem Motto „Die Krise an der Wurzel packen! Solidarisch gegen Staat und Kapital!“ startet um 18 Uhr eine antifaschistische und antikapitalistische Demonstration an der Stadtbücherei Heidelberg. Und wie immer gilt: Aufstand mit Abstand – bringt Mund-Nase-Schutz mit.

Im Folgenden findet ihr den Aufruf:

Die Krise an der Wurzel packen – solidarisch gegen Staat und Kapital!

Deutschland im Frühjahr 2021: Daimler zahlt eine 1,4 Miliarden Euro schwere Gewinnausschüttung an seine Aktionär*innen. Dieser Gewinn beruht zu wesentlichen Teilen auf Kurzarbeit und staatlichen Corona-Hilfs-Geldern. Die Kurzarbeiter*innen, die diese Gewinne erwirtschaftet haben, sehen selbstverständlich nichts davon. Während bei Aktionär*innen der Schampus fließt, müssen diejenigen, die den Schampus erarbeitet haben, überlegen, wie sie mit den verknappten Löhnen über die Runden kommen, und bemüht sein, vor Beginn der Ausgangssperre wieder in ihren engen Stadtwohnungen zu sitzen. Wenn der Staat sich dann seine Investitionen in die Krisenkonjunktur zurückholen will, werden vermutlich wieder nicht die Krisengewinner*innen zur Kasse gebeten, sondern diejenigen, die schon jetzt unter der Last der Krise leiden. Weiterlesen

17.4.: Kein Platz für Corona-Leugner*innen!

Zuletzt fand am 31.3.2021 auf dem Heidelberger Marktplatz die zweite Kundgebung aus dem Umfeld der Coronarelativierer*innen in diesem Jahr statt. Mit nicht einmal 50 Teilnehmeri*nnen war sie deutlich schlechter besucht als die erste. Für den 17.04. ist eine weitere Kundgebung inklusive Demonstrationszug angemeldet.
Die Veranstalter*innen stellten sich am 31.03. als „neu gegründete Initiative aus Eltern, Tanten, Großeltern“ vor, die „das Unrecht an den Kindern nicht länger hinnehmen“ könne. Bei näherer Betrachtung handelte es sich jedoch, wie bei der vorherigen Veranstaltung, vorrangig um Aktive der recht jungen Kleinstpartei „DieBasis“ aus der Region, darunter deren Landtagskandidat Ulrich Becker aus der Heidelberger Südstadt. Weiterlesen

Kundgebung zum Tag der politischen Gefangenen: Grußwort der AIHD/iL

Am 20. März 2021 veranstaltete die Rote Hilfe Heidelberg/Mannheim eine Kundgebung anlässlich des Tags der politischen Gefangenen (18.3.) auf dem Heidelberger Marktplatz. Im Hauptbeitrag stellten zwei Aktivist*innen der Roten Hilfe verschiedene politische Gefangene in der BRD vor und zitierten aus ihren Briefen, Grußworten und Erklärungen: von den Antifaschist*innen Dy und Lina und den Gefangenen des MIEZE-Verfahrens über die inhaftierten Klimaaktivist*innen der Danni-Proteste und den politischen Langzeitgefangenen Thomas Meyer-Falk bis hin zu den vielen kurdischen und türkischen Gefangenen in der BRD.
In kürzeren Beiträgen wurde die Situation des seit fast vierzig Jahren inhaftierten Journalisten und Ex-Black-Panther-Mitglieds Mumia Abu-Jamal thematisiert, der sich in Haft mit Covid-19 infiziert hat, und eine neue Spendenkampagne der Roten Hilfe HD/MA in Zusammenarbeit mit der Soligruppe Φυτίλι/fytíli (Docht) vorgestellt, mit der die Prozesskosten von Aktivist*innen in Griechenland finanziert werden sollen (weitere Infos hier). Außerdem gab es Grußworte von der Soligruppe Φυτίλι/fytíli, vom Bundesvorstand der Roten Hilfe e. V. und von uns als AIHD/iL.
Einen ausführlichen Bericht über die Kundgebung verfasste das Kommunalinfo Mannheim.

Hier unser Grußwort in voller Länge:

Liebe Genoss*innen und Freund*innen,

das Rechtssystem der bürgerlichen Gesellschaft gilt als aufklärerisch und als Garant für Gleichheit und Demokratie. Dies scheint auch zu stimmen, da wir doch vor Gericht alle gleich seien sollen.
Diese angebliche Gleichheit der Individuen vor Gericht ist jedoch trügerisch. Die gesamte Gesellschaft ist durchzogen von Widersprüchen, von patriarchalen und rassistischen Spaltungen, von unvereinbaren Klassengegensätzen mit dem Potenzial, das soziale Gefüge zu sprengen. Diese Verhältnisse müssen zwangsläufig von einem legalen und politischen Überbau stabilisiert werden: dem Bürgerlichen Staat mit seiner Klassenjustiz. Weiterlesen

Rede bei der Kundgebung am Frauenkampftag (English version of the speech below)

Bereits von 11 bis 17 Uhr hatte es am 8. März 2021 auf dem Uniplatz eine kleine Kundgebung mit Infoständen gegeben, auf denen Flyer, Broschüren und Zeitungen zu feministischen Themen auslagen. Am späten Nachmittag füllte sich der Platz mit mehreren hundert Aktivist*innen, und um 17 Uhr begann die zweistündige Hauptkundgebung, die wie der ganze Aktionstag unter dem Motto „Die Krise steckt im System – Zusammen gegen Kapitalismus und Patriarchat!“ stand. Redebeiträge verschiedener Gruppen, die sich an der Vorbereitung im Rahmen des Frauenkampftagsbündnisses beteiligt hatten oder das Projekt unterstützten, fokussierten sich auf verschiedene Aspekte patriarchaler Unterdrückung und formulierten lautstark ihre Forderungen.
Die AIHD/iL war ebenfalls mit einem Redebeitrag vertreten:

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde!

An diesem Frauenkampftag inmitten der Pandemie können wir zwei Fragen stellen: Wie wirkt sich Corona auf die Situation von Frauen aus, aber auch, was kann uns der Feminismus über den Umgang mit dem Virus sagen?
Schon in den ersten Monaten der Pandemie war aus verschiedenen Richtungen zu hören, dass Krisen existierende Ungleichheiten verschärfen – so auch die zwischen Frauen und Männern. Ich könnte jetzt eine Vielzahl an erschreckenden Statistiken anführen, die belegen, dass Benachteiligungen und Gefährdungen, denen Frauen schon vor der Pandemie ausgesetzt waren, sich noch verstärkt haben. Denn Hinweise auf und Untersuchungen von diesem Phänomen sind überraschend zahlreich. Das ist erst einmal ein gutes Zeichen. Weiterlesen