Noch immer kein Prozess gegen die Normannia

Auch nach über einem Jahr kam es bisher noch nicht zu einem Prozess gegen sechs angeklagte Mitglieder der „Burschenschaft Normannia zu Heidelberg“, die bei einem von rund 30 Personen besuchten Stiftungsfest auf dem Haus der Normannia ein zuvor mitfeierndes Mitglied unter antisemitischem Kampfgebrüll zunächst mit Geldmünzen beworfen und dann mit Gürteln verprügelt hatten.

Die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft und das abflauende mediale Interesse nehmen wir als Anlass, noch einmal deutlich auf den Fall und seine Umstände hinzuweisen.

Wir haben euch nicht vergessen!
Viele, die das von uns an die Öffentlichkeit gebrachte Geschehen um die faschistische Kaderschmiede am Kurzen Buckel 7 mit sorgenvollem Interesse verfolgten, werden sich mittlerweile in zufriedenstellender Genugtuung wähnen: Endlich räumt der demokratische Rechtsstaat konsequent auf mit rechten Schlägern, die einen anderen Verbindungsstudenten schwer verletzt haben.

Wir sehen das anders.
Durch die Trägheit oder möglicherweise sogar den Unwillen der Staatsanwaltschaft, einen Prozesstermin anzusetzen, können wir bei eindringlicher Betrachtung des Falls die bedenkliche Funktionsweise der Repressionsorgane demonstrieren, die sich an der selbsternannten „Elite der Nation“ lieber nicht die Finger verbrennen wollen. Durch die sogenannten Seilschaften, bei denen alte und neue Burschen gegenseitig ihr berufliches Vorankommen begünstigen, ist auch nie auszuschließen, dass etwa ein Polizeikommissar oder ein Richter unbemerkt eine schützende Hand über seine „Waffenbrüder“ hält.
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PM: Weitere Einblicke ins Innenleben der „Burschenschaft Normannia zu Heidelberg“

Pressemitteilung vom 4.10.2020

Weitere Einblicke ins Innenleben der „Burschenschaft Normannia zu Heidelberg“

Nachdem eine Recherchegruppe mit dem Namen „Stückgarten fräsen“ bereits am 20. September 2020 auf der unabhängigen Medienplattform de.indymedia.org zahlreiche Informationen zu den rechten Umtrieben bei der „Burschenschaft Normannia“ veröffentlicht hatte, folgten am 2. Oktober unter dem Titel „Im Normannen-Haus brennt noch Licht …“ (https://de.indymedia.org/node/106881) weitere Einblicke ins Innenleben dieser extrem rechten Studentenverbindung. Wir stufen dieses Material als verifizierbar ein. Weiterlesen

Normannia-Skandale nehmen kein Ende

Die Antifa-Recherchegruppe „Stückgarten fräsen“ hat am heutigen 2. Oktober nachgelegt und weitere Infos zur „Burschenschaft Normannia zu Heidelberg“ veröffentlicht.
Brisant ist vor allem ein Insider-Foto aus dem Normannen-Haus, das einen Burschen beim Hitlergruß zeigt.
Eindeutige Klick-Empfehlung: https://de.indymedia.org/node/106881
Bereits am 20. September hatte die Gruppe zahlreiche Infos zur Normannia veröffentlicht (https://de.indymedia.org/node/104826).

Aktualisierte Version: Burschenschaft Normannia – Geschichte und Politik einer faschistischen Kaderschmiede

Burschenschaft Normannia zu Heidelberg
Geschichte und Politik einer faschistischen Kaderschmiede

An der Geschichte und Politik der Burschenschaft Normannia lässt sich bis zum heutigen Tag exemplarisch die Rolle rechter Studentenverbindungen für die faschistische Bewegung aufzeigen. Zwar ist die Normannia mit ihrem offenen Auftreten als völkisch-rassistische Gruppierung innerhalb der Heidelberger Verbindungslandschaft immer noch eine Ausnahmeerscheinung. Sie ist aber in die korporierte „Szene“ bestens integriert. Es herrscht reger Austausch mit anderen Verbindungen; im „Heidelberger Waffenring“ werden die Normannen von allen anderen schlagenden Verbindungen als „verehrte Waffenbrüder“ hofiert. Auch das rechtsnationale Milieu, das die Studentenverbindungen prägt, ist keineswegs eine Spezialität der Normannia. AfD-Funktionäre gibt es auch in den anderen Korporationen (von katholischen Verbindungen bis hin zu den Corps) zu Hauf. Die Heidelberger Verbindungshäuser fungieren nach wie vor als Lesezirkel der neurechten „Jungen Freiheit“ und als Nachwuchsreservoir der völkischen „Identitären Bewegung“. Insofern ist die Normannia Heidelberg einerseits die Spitze des Eisbergs, kann aber durchaus für sich in Anspruch nehmen, stilprägend für das Verbindungsmilieu insgesamt zu sein.
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PM: Antisemitismus in der Burschenschaft Normannia nichts Neues

Pressemitteilung vom 9.9.2020:

Antisemitismus in der Burschenschaft Normannia nichts Neues

In ihrer Pressemitteilung vom 08.09.2020 behauptet die Burschenschaft Normannia zu Heidelberg: „Wir dulden keinen Antisemitismus in unseren Reihen.“ Aber Antisemitismus ist nichts, was der Burschenschaft Normannia neu oder fremd wäre. Ihre Reihen sind schon immer antisemitisch. Der aktuelle Vorfall ist also keine Ausnahme, sondern Antisemitismus war seit ihrer Gründung 1890 ein sinnstiftendes Moment.

Clara Grube, Sprecherin der AIHD/iL: „Eine Distanzierung der ‚Alten Herren‘ von der Nazivergangenheit hat in der Normannia nie stattgefunden. Dass Antisemitismus in ihren Reihen nicht gestattet sein soll, ist eine reine Schutzbehauptung.“

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20.10.: Antifa-Stadtrundgang zu Studentenverbindungen

Im Rahmen des Kritischen Semesterbeginns organisieren wir am 20. Oktober wieder einmal den Stadtrundgang zu Geschichte und Gegenwart der Studentenverbindungen. Wir treffen uns um 14 Uhr am Brunnen auf dem Heidelberger Uniplatz.
Der rund eineinhalbstündige Antifaschistische Stadtrundgang der AIHD/iL führt zu Schauplätzen verbindungsstudentischer Geschichte in der Heidelberger Altstadt, beleuchtet Ursprünge und Entwicklung der reaktionären Studentenverbindungen und thematisiert deren Verflechtungen mit der rechten Szene.

5.5.: Antifa-Stadtrundgang zu Studentenverbindungen

Am 5. Mai veranstalten wir wieder einmal den Antifaschistischen Stadtrundgang zu Studentenverbindungen. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Brunnen auf dem Uniplatz. Der rund eineinhalbstündige Rundgang der AIHD/iL führt zu Schauplätzen verbindungsstudentischer Geschichte in der Heidelberger Altstadt, beleuchtet Ursprünge und Entwicklung der reaktionären Studentenverbindungen und thematisiert deren Verflechtungen mit der rechten Szene.

11.4.: Café Alerta: „20 Jahre AIHD – bis hierher und weiter“

Am Donnerstag, 11. April 2019 findet das nächste Café Alerta, das monatliche Offene Treffen der AIHD/iL, im Café Gegendruck (Fischergasse 2, HD-Altstadt) statt. Der Input widmet sich diesmal dem über 30-jährigen Protest gegen reaktionäre Studentenverbindungen in Heidelberg. Gleichzeitig bietet sich die Beschreibung dieses Kampfes an, um auch die 20-jährige Geschichte der AIHD in Wort und Bild Revue passieren zu lassen.

Das Café Alerta beginnt wie immer ab 19.30 Uhr mit Austausch in gemütlicher Runde; gegen 20 Uhr startet der Input. Kommt vorbei!

29.4.: Antifa-Stadtrundgang „Studentenverbindungen in Heidelberg“

Am Sonntag, 29. April 2018, findet erneut ein Antifaschistischer Stadtrundgang der AIHD/iL statt, diesmal zum Thema „Studentenverbindungen in Heidelberg“. Der Rundgang führt zu Schauplätzen verbindungsstudentischer Geschichte in der Heidelberger Altstadt, beleuchtet Ursprünge und Entwicklung der reaktionären Studentenverbindungen und thematisiert deren Verflechtungen mit der rechten Szene. Die Veranstaltung soll damit auch über die Hintergründe des jährlichen Antifa-Straßenfests am 30. April informieren, das als Reaktion auf die burschenschaftlichen Umtriebe in der Stadt entstand.

Der Stadtrundgang am 29. April beginnt um 14 Uhr auf dem Heidelberger Uniplatz (am Brunnen).