Das kommende Café Alerta, das Offene Treffen der AIHD/iL, am 13.12.2018 im Café Gegendruck (Fischergasse 2, HD-Altstadt) steht unter dem Motto „Spitzel, V-Mann, Informantin – linke Strukturen im Visier von Geheimdiensten und Polizei“. Ab 19.30 Uhr ist Raum für Vernetzung in lockerer Atmosphäre; der Input beginnt gegen 20 Uhr.

Am 13. November 2018 wurde in Göttingen der Spitzel Gerrit Greimann enttarnt, der als V-Mann für den Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ (VS) gearbeitet hatte. Der Informant spionierte studentische Gremien und linke Strukturen, darunter die Basisdemokratische Linke (IL) aus und erhielt dafür vermutlich – wie in solchen Fällen üblich – eine entsprechende Bezahlung. Dieser Vorfall rückt einmal mehr die ständige Überwachung emanzipatorischer Bewegungen durch den VS, aber auch durch die Polizeibehörden ins Licht der Öffentlichkeit.

In den vergangenen Jahren waren vor allem Verdeckte Ermittler*innen der Landeskriminalämter (LKA) Thema gewesen. So wurde in Heidelberg vor acht Jahren, am 10. Dezember 2010, der LKA-Beamte Simon Bromma („Simon Brenner“) enttarnt, der sich über mehr als ein Jahr hinweg Einblick in verschiedene linke Gruppen verschafft hatte. In Hamburg flogen in den vergangenen Jahren drei Verdeckte Ermittlerinnen des LKA auf, die das Umfeld der Roten Flora bespitzelt hatten.

In unserem Input wollen wir die verschiedenen Arten von „menschlichen Quellen“ der verschiedenen Behörden – V-Leute, Verdeckte Ermittler*innen usw. – gegeneinander abgrenzen. Anhand der prominenten Beispiele der letzten Jahre, insbesondere des Heidelberger Spitzeleinsatzes, sollen typische Merkmale dieser Überwachungsmaßnahme aufgezeigt werden.