1992 revisited
Erinnert sich eigentlich noch jemand an 1992? Die selben, die kurz zuvor noch gerufen hatten: „Die Mauer muss weg!“, forderten nun schärfere Grenzkontrollen, Abschiebungen und den Kampf gegen die Invasion der „Hungerleider“. Aus „Wir sind das Volk“ wurde sehr schnell „Wir sind ein Volk“ und daraus wiederum „Deutschland den Deutschen“. Brandsätze und Pogrome gegen Flüchtlingsheime wie in Hoyerswerda oder Mannheim-Schönau folgten. Bei den massivsten rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen trat Norbert Weidner als „Pressesprecher“ der Nazis vor die Kameras. Weidner war V-Mann des Verfassungsschutzes und machte später als Sprecher der völkischen „Deutschen Burschenschaft“ Furore.
Gegen den rassistischen Normalzustand – Kein Mensch ist illegal!
Schwetzinger Zeitung macht PR für Nazi-Tätowierer
Unter der Headline „1500 Stiche pro Minute“ hat die „Schwetzinger Zeitung“ (SZ), Ableger des reaktionären „Mannheimer Morgen“, in ihrer Ausgabe vom 21. August 2014 dem Nazi-Tätowierer Marco Berlinghof eine halbe Seite redaktionelle Werbung eingeräumt. Im Regionalteil widmet „Redaktionsmitglied“ Ralf Strauch dem „sympathischen Mann“ und seinem Tattoo-Studio „Pik-Ass“ in Ketsch seine volle Aufmerksamkeit. Bei genauerer Betrachtung des „sympatischen Manns“ versinkt jedoch jegliche Sympathie in brauner Soße.
[Rhein-Neckar] Überblick über Nazi-Aktivitäten im Kraichgau seit 2009
Kein Jahr vergeht, ohne dass Nazis Kundgebungen, Demonstrationen und Flugblattaktionen im Kraichgau zwischen Wiesloch, Sinsheim und Eppingen durchführen. Ende 2013 haben AnhängerInnen von NPD und „Freien Nationalisten Kraichgau“ angekündigt, verstärkt Propaganda gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Sinsheim zu betreiben. Die NPD Rhein-Neckar sieht in Sinsheim mittlerweile sogar die „Hauptstadt des Kreisverbandes“ und hat sich zum Ziel gesetzt, bei den Kommunalwahlen im Mai 2014 ins Stadtparlament einzuziehen. Hier nun ein (unvollständiger) Überblick über die Aktivitäten von Nazis in Sinsheim und dem Kraichgau seit 2009.




