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Ein selbstverwalteter linker Freiraum wird 45: Happy Birthday, JUZ Mannheim! Zur Fier des runden Jahrestages präsentiert das JUZ viele spannende Veranstaltungen, vom Tag der Offenen Tür am 27. Mai über Vorträge bis hin zur Nachttanzdemo mit Party am 2. Juni.
Die Vortragsreihe „45 Jahre JUZ! 45 Jahre extrem demokratisch!“ richtet sich „gegen Extremismustheorie-Quatsch und Law-and-Order-Gedöns!“ und umfasst mehrere interessante Vorträge zum Münchner NSU-Prozess, zur Geschichte der Jugendzentrumsbewegung und zur Extremismustheorie bzw. „Linksextremismus“ als politischem Kampfbegriff. Die Termine und Themen der Veranstaltungsreihe finden sich hier.

Am Sonntag, 13. Mai 2018, veranstalten wir gemeinsam mit dem AK Kritische Geographie einen Stadtrundgang zum Thema „Freiraumkämpfe in Heidelberg“, um einen inzwischen weitgehend vergessenen Bereich linker Geschichte in Erinnerung zu rufen:

Ende der 1980er Jahre kam es auch in Heidelberg zu Häuserkämpfen mit verschiedenen Besetzungen, aus denen 1991 das Autonome Zentrum (AZ) in Bergheim hervorging. Bis zur Räumung 1999 stellte dieser nichtkommerzielle und selbstverwaltete Freiraum einen Mittelpunkt linker Politik und gegenkultureller Veranstaltungen dar, der auf ganz Süddeutschland ausstrahlte. Die Kampagnen für den Erhalt des AZ und später – nach dem Abriss des Gebäudes – für ein neues selbstverwaltetes Zentrum prägten über viele Jahre die politischen Diskussionen in der Stadt. Der Stadtrundgang bewegt sich auf den Spuren dieser Freiraumkämpfe und sucht markante Orte der Auseinandersetzungen auf.

Beginn des Freiraumkämpfe-Stadtrundgangs am 13. Mai ist um 16.30 Uhr am Theaterplatz.

Für alle, die mehr über das AZ Heidelberg erfahren wollen, wird am 25. Mai ein Film über das AZ aus dem Jahr 1998 gezeigt (Beginn ist um 20 Uhr im Café Gegendruck, Fischergasse 2).

JUZ schließen? Nicht mit uns!

Kommt zur Kundgebung

Außerdem unsere Solierklärung:

Die CDU versucht das Mannheimer Jugendzentrum in Selbstverwaltung, Friedrich Dürr, zu schließen. Sie begründet dies nicht nur mit den Veranstaltungen und Treffen bestimmter Gruppen dort, sondern auch mit der Bedeutung, die Kultur für eine subversive Szene im allgemeinen hat. Mit anderen Worten: Die CDU will selbstverwaltete Kultur verhindern, weil ihr das Programm nicht passt, wenn es Jugendliche selbstbestimmt auf die Beine stellen. Dabei füllt das JUZ Mannheim eine Lücke im Kulturangebot der Stadt, die diese niemals schließen kann, weil subversive Kultur nicht städtisch organisiert werden kann.
In Zeiten der gesellschaftlichen Polarisierung, bei der die rechten Kräfte im Aufwind sind, nehmen nicht nur die Auseinandersetzungen auf der Straße zu (wie bspw. die ausufernde Polizeigewalt bei den Protesten gegen die AfD in Hannover), sondern auch andere Bereiche der gesellschaftlichen Hegemonie werden Feld der Auseinandersetzung. Die rechten Kulturkämpfer_innen versuchen die Normierung der Gesellschaft voran zu treiben und Deutungshoheit darüber zu gewinnen, welche kulturellen Praxen legitim und welche deviant sind. Es ist müßig zu betonen, dass CDU und Familienpartei in einem informellen Bündnis mit AfD und NPD stehen. Aber: Die Welle der Solidarität, die in so kurzer Zeit dieser unheiligen Allianz entgegenschägt, wird in ihrer Kraft alle Überrascht haben und zeigt, dass kein Gemeinderat weder jetzt noch in Zukunft, das JUZ so einfach zu machen kann. Einmal mehr wurde bewiesen, was Sham69 schon in den 1970er Jahren wussten:

If the kids are united – they will never be diveded!

JUZ bleibt!