Erklärung der AIHD/iL: Solidarität mit der VVN-BdA!

Vor einer Woche, am 22. November 2019, hat die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) bekanntgegeben, dass ihr vom Berliner Finanzamt die Gemeinnützigkeit rückwirkend für die vergangenen drei Jahre aberkannt wurde. Damit greift der Staat die älteste und größte überparteiliche antifaschistische Organisation der BRD an. Grund für die Aberkennung ist die Erwähnung der VVN-BdA im Verfassungsschutzbericht des Landes Bayerns. Darin diffamieren die Schlapphüte die VVN-BdA als „bundesweit größte linksextremistisch beeinflusste Organisation im Bereich des Antifaschismus“.
Das Vorgehen der Finanzbehörde ist ein Schlag ins Gesicht aller Überlebenden der Gefängnisse, Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis. Diese NS-Verfolgten waren es nämlich, die 1947 die VVN ins Leben gerufen haben.
Der Schwur der ehemaligen Häftlijnge des KZ Buchenwald wurde zur Losung der VVN: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Seither vertritt die VVN-BdA die Interessen von Verfolgten und Widerstandskämpfer*innen sowie deren Nachkommen, sie tritt für Frieden und Völkerverständigung ein und hat wesentlich dafür gesorgt, dass die Verbrechen des Nazi-Regimes nicht in Vergessenheit geraten sind. Die VVN-BdA engagiert sich für die Errichtung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten und leistet wichtige Zeitzeug*innenarbeit. Sie informiert über aktuelle Umtriebe der extremen Rechten und organisiert den Widerstand gegen faschistische Gruppierungen – von NPD bis AfD – in breiten Bündnissen.
Wir sind stinksauer – jedoch nicht überrascht – angesichts der Übernahme der haltlosen Unterstellungen des Bayerischen Inlandsgeheimdienstes durch ein anderes Amt.

Solidarität mit der VVN-BdA!
Wir fordern die sofortige Wiederherstellung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Berlin!
Positioniert euch gegen die staatliche Anti-Antifa!
Tretet ein in die VVN-BdA!
Erinnern heißt kämpfen!

Antifaschistische Initiative Heidelberg (AIHD/iL)
29.11.2019