
Am 19.01.2026 war der rechtsradikale Ministerpräsidentschaftskandidat der AfD Markus Frohnmaier im Rahmen seiner Landtagswahlkampftour in Heidelberg. Seinem Auftritt im Bürgerhaus Bahnstadt stellten sich 1.500 Menschen entgegen. Auf dem Gadamerplatz fanden drei Gegenkundgebungen statt: eine Antifa-Kundgebung, eine des Queerfeministischen Kollektivs Heidelberg und eine des Bündnisses Kein Schritt nach Rechts. Auf ersterer Kundgebung gab es Redebeiträge von der AIHD, der Seebrücke Heidelberg, den Falken Heidelberg, der linksjugend (’solid) Heidelberg und der VVN-BdA Heidelberg. Der ursprünglich angedachte Einlass zur Veranstaltung wurde schnell blockiert und so hatten einige AfDler*innen Schwierigkeiten, den Eingang zu finden, was sich in lautem Rumgejapse äußerte. Die Besucher*innen der AfD-Veranstaltung mussten über die gesamte Dauer lautstarke Parolen und ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. Zunächst wollte die Polizei, die die Veranstaltung bewachte, kritische Beobachter*innen nicht in die angeblich öffentliche Veranstaltung einlassen. Nach längeren Diskussionen hörten die Cops damit auf, die Menschen, die in den Saal wollten, in Nazis und Gegendemonstrant*innen einzuteilen und überließ diese Aufgabe dem Begrüßungskomitee aus Malte Kaufmanns Töchtern, Albert Maul und den aggressiv auftretenden „Securities“ der Nazi-Partei. Letztere warfen im Anschluss einige Menschen gewaltsam aus dem Saal. Die Stadtteilvereine möchten wir ermutigen, den regelmäßigen Ausschluss der Öffentlichkeit bei solchen AfD-Veranstaltungen zum Anlass zu nehmen, gegen die Nutzung ihrer Räume durch die AfD vorzugehen. Denn aktuell müssen sie an alle Parteien für öffentliche Veranstaltungen vermieten, für nicht-öffentliche Veranstaltungen jedoch nicht.
Der Stadtteilverein Bahnstadt hatte im Bürgerhaus ebenfalls eine Veranstaltung. Die Besucher*innen dieses Vortrags mussten sich die einzige Toilette mit den Nazis teilen und dazu an den rechten Securities vorbei. Dass so schon wieder in städtischen Gebäuden Menschen gefährdet werden, weil die AfD dort ihre Propagandaveranstaltungen abhalten darf, macht uns wütend. Das Treppenhaus des Bürgerhauses hatte der Stadtteilverein im Vorfeld mit Pride-Flaggen verziert. Die AfDler*innen rissen diese ab – letzten Endes hingen aber alle Flaggen wieder und dienten dazu, die rechten Plakate abzudecken.
Die Cops suchten wieder einmal Anlässe, um gegen den Gegenprotest vorzugehen – so sagte ein Beamter vom Anti-Konflikt-Team zu seinen Kolleg*innen: „Macht doch mal bisschen Krawall, damit wir was zu tun haben!“. Außerdem beschlagnahmten die Cops ein Plakat mit der Aufschrift „Nazis töten.“ und nahmen deshalb die Personalien eines Gegendemonstranten auf, obwohl schon mehrfach gerichtlich entscheiden wurde, dass genau dieses Plakat nicht strafbar ist.
Letztendlich konnte die Polizei jedoch nichts unternehmen. Und trotz dessen, dass wir schon lange keine AfD-Veranstaltung in dieser Größenordnung in Heidelberg mehr gesehen haben, konnte sie keine Bürger*innen erreichen, die nicht bereits fest am rechten Rand verankert sind. Was bleibt, ist ein starkes Zeichen gegen rechts! 1.500 Menschen haben sich entschieden und unüberhörbar dem braunen Treiben entgegengestellt und deutlich gemacht, dass in Heidelberg kein Platz für die faschistische Hetze der AfD ist. Keine Halle, keine Straße, keine Normalität! AfD stoppen!

